Zwei Teetassen für mehr Freude

Mein erstes Mini-Projekt. Umsetzbar mit zwei Teetassen und einem Porzellan-Marker.

Zwei ganz simple Fragen möchte ich mir stellen, jeden Tag wieder:

  • am Morgen: Worauf freue ich mich heute?
  • am Abend: Worüber habe ich mich heute gefreut?

Nur wie schaffe ich es, dass diese Frage im Morgen-Chaos und meiner Abend-Müdigkeit nicht untergehen?

Morgens bin ich einfach nicht geniessbar vor meinem ersten Tee. Und abends liebe ich es, eine letzte Tasse Tee vor dem Schlafen zu trinken. Keinen schwarzen – irgendetwas Leckeres, Kräuteriges mit viel Honig.

Daher die Idee: Vielleicht könnten mich die Teetassen an meine Freude-Fragen erinnern?

Ich kenne mich gut genug. Neue Gewohnheiten haben oft keine Chance, sich in meinem wuseligen Leben dauerhaft festzusetzen. Viel zu viele sind schon einen leisen Tod gestorben.

Aber eine neue Gewohnheit an einer bestehenden Gewohnheit festzumachen, sie daraufzusatteln – das könnte klappen. Wie gesagt, meinen Tee brauche ich sowieso.

Morgens, da kann ich am Frühstückstisch leise nachdenken, worauf ich mich freue. Wenn es bei uns mal leise ist. Oder die Frage an meine Familie stellen.

Von meinen Kindern kriege ich sehr schnell sehr viele Antworten – „auf die grosse Pause, aufs Werken, auf meine besten Freundin, auf den Spielplatz, aufs Kreidemalen ….“ Es ist ganz unglaublich, mit wieviel Vorfreude so ein Kindertag beginnt!

Von meinem 12-jährigen Pubertier kommt an vielen Tagen nur ein muffelig-verschlafenes „weiss ich doch nicht … vielleicht, wenn Du mich später gamen lässt?“. An anderen Tagen freut sich auch mein Sohn auf Sport, Freunde, Ausflüge. Aber das ist schon seltener.

Von meinem Mann, von mir selbst kommt oft erstmal ein grosses Schweigen. Wir müssen ziemlich intensiv nachdenken, bevor uns morgens gleich eine freudige Aussicht auf den Tag einfällt. Wie schade. Aber vielleicht kann man das trainieren?

Ich merke: Ja, in der Tat, das geht. Jeden Tag besser.

Auf einen Gang ins Dorf zum Einkaufen freue ich mich. Auf einen Schwatz mit der Freundin. Auf Gärtnern in der Sonne. Auf kreatîves Schreiben. Auf leckeres Essen-Kochen mittags. Aufs Katzen-Streicheln. Auf Verabredungen mit netten Müttern und Kindern. Aufs Vorlesen und  Kuscheln abends.

Ganz banale Kleinigkeiten. Und das sollen sie ja auch sein – kleine Momente, mitten im Alltag, die mir Freude bringen. Nicht die grossen, atemberaubenden, spektakulären Events.

Und abends? Wenn ich mich frage, worüber ich mich dann tatsächlich gefreut habe? Da schaffe ich es manchmal sogar, ein paar kurze Stichworte in mein Tagebuch zu schreiben. Oder zumindest im Bett liegend ein paar schöne erlebte Momente an mir vorüberziehen zu lassen.

Das gibt gute Träume, sage ich meinen Kindern immer. Und es stimmt. Es ist übrigens auch zum Gute-Nacht-Sagen eine tolle Frage an die Kinder oder an meinen Mann: „Was war heute schön, was hat Dich gefreut?“

Ich stelle sie gerne als letztes, nach der Frage „was lief denn nicht so gut?“ Die ist genauso wichtig, verdrängen wollen wir das ja nicht.

Aber den Tag bewusst mit Freude anzufangen und aufzuhören, das tut mir gut. Und zwei simple Teetassen helfen mir dabei.

Was hilft Euch? Ein Post-It am Laptop? Eine Nachricht auf dem Spiegel? Habt Ihr vielleicht ganz andere Gewohnheiten, an denen Ihr die Freude-Fragen festmachen könnt? Findet Ihr sie überhaupt gut?

 

5 Gedanken zu „Zwei Teetassen für mehr Freude

      1. summerruby

        Ja, das ist leider häufig bei Stiften, die angeblich wasserfest und/oder abriebfest sind – habe ich auch bei denen, mit denen ich die Kleidung meiner Tochter für den Kindergarten markiere. LG Ruby

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      2. ulrikelw Autor

        Oh nein … Es gibt einen ganz tollen von Edding, den nehme ich jetzt zum Kleider markieren. Und bei den Porzellanmarkern hatte ich wohl mal wieder vergessen, die Gebrauchsanweisung zu lesen. Nur malen reicht nicht, man muss danach die Farbe im Backofen fixieren. Oops. Generation 2 der Tassen wird hoffentlich besser ;-)!

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